Mailaktion

In NRW gibt es mehrere Stellen, an die man sich bei schwerer Polizeigewalt wenden kann, insbesondere wenn man den Eindruck hat, dass der Fall nicht richtig aufgearbeitet wird und man die Landespolitik adressieren möchte.

Zentrale Anlaufstellen in NRW


• Staatsanwaltschaft: Jede Anzeige wegen Körperverletzung im Amt oder anderer Delikte durch Polizeibeamte geht regulär an die Staatsanwaltschaft; man kann selbst Strafanzeige stellen oder eine bereits laufende Akte mit Akteneinsicht durch eine Anwältin kritisch begleiten lassen.
• Innenministerium NRW: Betroffene können sich mit Beschwerden über polizeiliches Fehlverhalten direkt an das Innenministerium wenden; dies ist ausdrücklich als Möglichkeit vorgesehen.
• Petitionsausschuss des Landtags NRW: Man kann eine Petition an den Landtag richten, wenn man der Meinung ist, dass Behörden – also auch Polizei und Staatsanwaltschaft – rechtsstaatlich nicht korrekt arbeiten oder Vorgänge nicht angemessen aufklären.

Was die Kölner Stadtpolitik tun kann

  • Anfrage stellen: Ratsmitglieder, Fraktionen oder Bezirksvertretungen können die Verwaltung offiziell fragen, was passiert ist, welche Zuständigkeit besteht und welche Maßnahmen geplant sind; der Rat, Fraktionen und Einzelmandatsträger*innen sind über die Stadt Köln auffindbar.
  • Antrag einbringen: Eine Fraktion oder Bezirksvertretung kann beantragen, dass die Verwaltung handeln, prüfen oder berichten soll; die Bezirksvertretungen entscheiden bei Angelegenheiten, deren Bedeutung nicht wesentlich über den Stadtbezirk hinausgeht.
  • Ausschuss befassen: Je nach Thema kann ein Fachausschuss zuständig sein, zum Beispiel Soziales/Gesundheit/Senior*innen, Jugendhilfe, Schule, Mobilität, Klima/Umwelt/Grün oder Bürgerbeteiligung/Anregungen/Beschwerden.
  • Beschwerde offiziell einreichen: Für Anregungen und Beschwerden nach § 24 Gemeindeordnung NRW gibt es in Köln eine Geschäftsstelle, über die Anliegen an Rat oder Bezirksvertretungen gerichtet werden können.
  • Öffentlichkeit herstellen: Stadtpolitik kann durch Anfragen, Presse, Ausschussbefassung und Bezirksvertretung Druck aufbauen, aber sie ersetzt keine Rechtsberatung und kann nicht jede Verwaltungsentscheidung direkt kippen.

Speziell zur Landespolitik (Landtag NRW)

  • Wenn du die politische Ebene direkt einbinden willst, sind diese Wege besonders relevant:
  • • Petitionsausschuss des Landtags: Hier kann man sehr konkret den Fall schildern, Akten und Entscheidungen kritisieren und verlangen, dass der Ausschuss die Sache gegenüber Landesregierung/Innenministerium prüft.
  • • Abgeordnete des Landtags (MdL): Man kann sich an einzelne Abgeordnete (insbesondere aus Innenausschuss, Rechtsausschuss oder aus dem Wahlkreis) wenden und diese bitten, Kleine Anfragen zu stellen, Akteneinsicht zu prüfen oder den Fall politisch zu thematisieren.

Kölner Organe und politische Stellen

  • Rat der Stadt Köln: Höchstes kommunalpolitisches Gremium; sinnvoll, wenn das Thema gesamtstädtisch ist oder politische Grundsatzentscheidungen betrifft.
  • Bezirksvertretung: Wichtig bei konkreten Stadtteilthemen, etwa öffentlicher Raum, Verkehr, soziale Infrastruktur, Grünflächen, Nachbarschaftskonflikte oder bezirkliche Fördermittel.
  • Ratsausschüsse: Zuständig nach Themenfeldern; besonders relevant sind oft der Ausschuss für Bürgerbeteiligung, Anregungen und Beschwerden, der Jugendhilfeausschuss und der Ausschuss Soziales, Gesundheit, Seniorinnen und Senioren.
  • Fraktionen und Ratsmitglieder: Praktisch oft der schnellste politische Weg, weil sie Anfragen und Anträge formulieren können.
  • Oberbürgermeister und Dezernate: Die Stadtverwaltung ist in Dezernate gegliedert, darunter unter anderem Soziales/Gesundheit/Wohnen, Bildung/Jugend/Sport, Mobilität, Planen/Bauen und Klima/Umwelt/Grün.
  • Bürgerbüro: Eine zentrale Anlaufstelle für Mitwirkung, Anregungen, Beschwerden, Einwohneranträge und Bürgerbegehren.
  • Konkrete Anlaufstellen zum Anschreiben
  • Geschäftsstelle Anregungen und Beschwerden: Für formale Beschwerden oder Anregungen an Rat und Bezirksvertretungen; die Stadt nennt dafür die Adresse geschaeftsstelle-anregungen-beschwerden@stadt-koeln.de.
  • Passende Bezirksvertretung: Wenn der Fall einen konkreten Stadtbezirk betrifft, sollte die jeweilige Bezirksvertretung zusätzlich angeschrieben werden.
  • Fachdezernat/Fachamt: Bei sozialen, gesundheitlichen, wohnungsbezogenen, schulischen oder ordnungsrechtlichen Themen sollte parallel das zuständige Dezernat oder Amt adressiert werden.
  • Bezirksregierung Köln: Wenn es um Rechtsaufsicht über kommunales Handeln geht, prüft die Bezirksregierung Köln Bürgereingaben im Rahmen der allgemeinen Rechtsaufsicht, wobei kein Anspruch auf eine bestimmte Entscheidung besteht.