Der Vorfall
Am 8. April 2026 ging es Pedro aus Köln-Deutz psychisch nicht gut. Seine Freunde überlegten gemeinsam mit Pedros Mutter (am Telefon), ob ein Arztbesuch am nächsten Tag ausreichen würde. Aus Vorsicht riefen sie den Rettungsdienst.
Drei Sanitäter und anschließend eine Notärztin sprachen etwa 1 Stunde mit Pedro. Pedro war orientiert, ehrlich und höflich. Seinen Wunsch, allein gelassen zu werden, wurde ignoriert. Stattdessen stellten sie ihm immer wieder dieselben Fragen und trugen so zur Eskalation bei. Sie sahen keinen Anlass für eine Zwangseinweisung und verließen die Wohnung.
Einer seiner Freunde blieb in der Tür stehen – er wollte Pedro nicht alleine lassen. Pedro schubste ihn hinaus und schlug die Wohnungstür zu. Er war nun alleine in der Wohnung. Dieses Schubsen wertete die Notärztin als Fremdgefährdung und ordnete eine Zwangseinweisung an. Die Polizei wurde hinzugezogen. Pedros Freunde mussten die Wohnung verlassen.
Nachdem Pedro seine Wohnungstür geöffnet und mehrfach um ein Gespräch gebeten hatte, wurde er sofort überwältigt. Ein inzwischen veröffentlichtes Handyvideo zeigt, wie er mehrfach um Hilfe schreit. Es folgte ein 90-minütiger Polizeieinsatz ohne unabhängige Zeugen.
Bodycam-Aufnahmen zeigen außerdem, dass Polizeibeamte auf seinem oberen Rücken knien, Pedro als „Spacko“ beleidigen, ihn schikanieren und entmenschlichen.
Pedro wurde in Bauchlage fixiert, erhielt zwei Spuckschutzhauben und nasal Midazolam. Midazolam kann die Atmung beeinträchtige und ist für die Notfallpsychiatrie nicht zugelassen. Er wurde dann runtergetragen und blieb dort etwa 20 Minuten liegen – weiterhin mit 2 Spuckschutzhauben und in Bauchlage fixiert. Atmung und Vitalwerte wurden nach bisheriger Kenntnis nichtüberwacht.
Kurz darauf erlitt Pedro einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Er musste 23 Minuten reanimiert werden. Seitdem ist Pedro nicht ansprechbar und kann nicht mit seiner Umwelt kommunizieren.
Im Klinikbericht wird eine „schwere hypoxische Hirnschädigung nach außerklinischem Herz-Kreislaufstillstand (OHCA), a.e. bei Hypoxie unter Fixierungsmaßnahmen i.R. PsychKG“ dokumentiert.
Eine Ermittlung lehnte die Staatsanwaltschaft ab. Gleichzeitig ignorierte sie Pedros Anwalt. Erst die Veröffentlichung von Pedros Handyvideo führten zum Anfangsverdacht der Körperverletzung im Amt gegen zwei Polizeibeamte und die Notärztin.
Bis heute bleiben zentrale Fragen offen: Warum wird nur wegen einfacher Körperverletzung ermittelt? Warum wird nur gegen zwei Polizeibeamte ermittelt, obwohl deutlich mehr Einsatzkräfte beteiligt waren? Warum wird nicht aufgearbeitet, dass Einsatzkräfte in wesentlichen Punkten gelogen haben? Wieso ermittelt die Staatsanwaltschaft nur aufgrund des öffentlichen Drucks?
Wir fordern Transparenz, unabhängige Ermittlungen und eine lückenlose Aufklärung.Wir wollen Gerechtigkeit für Pedro.